Die Krise eines Stürmers
Mario Gomez, seines Zeichen Toptorjäger des VFB-Stuttgart und umworbener Stürmer auf dem internationalen Transfermarkt hatte am vergangenen Samstag mit dem Publikum im Leipziger Stadion zu kämpfen. Hintergrund war das Spiel gegen den Fußballzwerg Lichtenstein das Deutschland klar und deutlich dominierte und in logischer Konsequenz mit 4:0 gewann. Doch einer war dabei gar nicht glücklich im Dress des DFB – Mario Gomez. Trotz vieler Chancen verpasste er sein erstes Tor nach einem torlosen Jahr in der Nationalelf. Folglich von Verunsicherung geprägt gelang dem 30-Millionen Euro Stürmer nicht viel auf dem Platz und selbst einfach Bälle versprangen hin und wieder. Die sprichwörtliche Seuche klebte am Fuß, als dann auch noch das Publikum seine Aktionen mit Pfeiffen honorierte war es dem jungen Stuttgarter nicht mehr gegönnt seine Qualitäten als Goalgetter unter Beweis zu stellen. Verwunderlich, da er doch beim VFB Stuttgart ständig sicher einnetzt – und das mit (zumindest auf dem Papier) weniger guten Mitspielern als in der Elf des DFB.
Wie es dann immer kommt prügeln auch einschlägige Medien mit Interviews längst vergangener Fußballer auf einen Spieler ein, heutzutage dürfe jeder der gerade laufen kann für Deutschland spielen heißt es dann, so einer wäre damals aus dem Team geflogen steht Fett-gedruckt in den Interviews. Das solche Äußerungen alles andere als aufbauend oder produktiv sind dürfte jedem klar sein, fraglich wie ein junger Mensch mit solch überzogener Kritik umgeht. Es ist Schade für den deutschen Fußball das viele, vielleicht besonders geltungsbedürftige, Menschen meinen junge Spieler mit überzogenen Äußerungen zu besseren Leistungen zu bewegen. Natürlich sind seit 2006 die Ansprüche wieder gestiegen, die Enttäuschung über das verlorene Finale der EM 2008 sitzt tief, waren wir doch lange nicht mehr so nah an einem Titel (2002 glaubte doch Niemand wirklich an den Titel, oder?) – aber jetzt zu erwarten das man Teams wie Lichtenstein ständig zweistellig besiegen müsse, und das jeder offensive Spieler mindestens ein Tor erzielt ist doch nicht realistisch – und noch weniger förderlich für die Entwicklung einer großen Mannschaft.
Auch wenn die Spieler Heute schon mit 21 Millionen im Jahr verdienen ändert das nichts daran dass man ihnen Fehler zugestehen muss, an Sie glauben sollte und durch Vertrauen und Kontinuität deren Entwicklung vorrantreibt.


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